St.Galler Tagblatt: Ein perfektes Blues-Momentum (25. Januar 2010)

Ein perfektes Blues-Momentum
Die Zeiten des Boogie-Woogie-Wunderkids sind passé – zum Glück. Denn Elias Bernet begeistert bei seiner CD-Taufe im Gambrinus Jazzclub als vielschichtiger Bluesmusiker.

Michael Hasler

St.Gallen ist aus der kulturellen Vogelperspektive betrachtet vieles – aber mit am wenigsten eine Bluesstadt. Erstaunlich also, dass der 25jährige Elias Bernet mit seiner fulminanten Band und einem guten Dutzend Bluessongs im Gepäck dem Gambrinus Jazzclub am Freitagabend mit rund 200 Besuchern ein „Full House“ bescherte. Massenmobilisierung im Grenzgebiet der Populärmusik – also im Jazz oder eben auch im Blues – gelingt in der Gallusstadt nur einer Handvoll Musiker.

Souveräner Bandleader
Trotzdem muss Elias Bernet sein erstes Set am Freitagabend dazu hergeben, das bekanntermassen nicht eben übersprudelnde Ostschweizer Konzertpublikum für den Blues zu erwärmen. Während der St.Galler Kulturpreisträger in den Anfängen seiner Karriere das Publikum mit seiner Virtuosität begeisterte, wirkt er inzwischen wie ein gereifter, überlegter, sich stets dem Moment der Musik unterwerfender Bandleader. Seine Songs, von denen er dreizehn auf seinem neusten Silberling „Life is a ball“ vereint hat, vermengen Blues, etwas Funk, Rhythm and Blues und immer wieder auch Jazz zu seinem einladenden Blueshybriden.

Eine grosse Bluesparty
Erst nach 22 Uhr und der obligaten Setpause entschliesst sich das altersmässig angenehm durchschmischte Publikum, dem Blues und dem stetig zunehmenden Drive der Band doch noch zu verfallen. Urs Streckeisen am Bass, Dede Felix an den Drums und Manfred Pristas an der Gitarre unterstützen ihren Bandleader so dienlich, dass immer dann, wenn die Combo sich am weitesten weg von der eigentlich vorgespurten Songstruktur entfernt, die Musik ihren Höhepunkt erreicht. Erstaunlicherweise ist es nicht das wunderbare Duett mit Vera Kaa, das den Club endgültig euphorisiert, sondern ein beinahe viertelstündiger Slowblues, in dem Bernet wehklagend mit seinen Musikern die Frage aufwirft: „Whose God is the divine?“ Bernet ist nicht mehr der Jüngling, der vor sieben Jahren sein Boogie-Woogie-Débutalbum lancierte, sondern ein junger, authentischer Mann, der seinen Weg sucht. Jedem seiner Songs ist dies live anzuhören – wunderbar.



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